Kapitel 15: Der Griesgramglobus

„Das ist er.“, Dumpfhirn zeigt aus der großen Panoramascheibe unserer Aussichtslounge. Friedlich erstreckt sich der Griesgramglobus mit einem leicht, gelblichen Schimmern vor unseren Augen.

„Wenn man das so sieht, käme man nie auf den Gedanken, dass von hier die Entvölkerung des Weltalls ausging.“ , Jessie und Schluckspecht drücken sich gerade engumschlungen am Sichtfenster die Nasen platt.

„Wir schicken mal an einer unauffälligen Stelle ein Sonde runter, die uns einige Daten senden soll.“ Trinkernase der auch gebannt aus dem Fenster stiert, drückt, ganz entgegen seiner Gewohnheiten, höchstpersönlich den Auslöseknopf um die Sonde abzuschießen. Um den höchstmöglichen Sicherheitsstandard zu erreichen, sind die Kellner angewiesen, immer dafür zu sorgen, dass jeder ein volles Glas Wodka und etliche Brausebeutel vor sich stehen hat und um absolut keine Gefahr aufkommen zu lassen, trägt jeder einen kleinen Tank mit schon fertig gemischtem Wodka Brause auf dem Rücken, um im Notfall schnell an den dazugehörigen Schläuchen ziehen zu können. Da wir sowieso von gestern noch einen im Tee haben spielt es keine Rolle, wenn heute gleich mit Schnaps weitergemacht wird. Außerdem, für sein Überleben darf man schon mal einen Dreitageskater auf sich nehmen wie Dumpfhirn absolut richtig feststellte. „Die Ergebnisse der Sonde sind da.“, gespannt lauschen wir dem, was uns Trinkernase zu berichten hat. „Der Planet bezieht seine Energie  von innen heraus und wird auch von dort mit Licht versorgt. Das erklärt auch, warum wir keine dazugehörige Sonne gesehen haben. Damit die Energie und das Licht nicht frontal auf die Bewohner einwirkt, errichteten sie ihre gesamten Bauten auf Stützen rund um den Planeten, wenn ihr so wollt ein ganzer Planet wie Venedig. Nur ragen diese Stützen  etliche Kilometer in den Himmel. Um die Licht und Energiestrahlen richtig nutzen zu können, sind überall Spiegel installiert, die Pflanzen, Tiere und Griesgramis mit Licht von oben versorgen. Wenn wir es also schaffen sollten, die Oberfläche zu erreichen, müssen wir uns wenigstens nicht auf den Kopf stellen, damit wir von oben Licht bekommen. Das ganze Leben spielt sich auf diesen Stützen ab, fast die gesamte Planetenoberfläche ist damit bebaut. Die einzigen Lücken zwischen den Plattformen dienen dazu, genügend Energie auf die Spiegel auftreffen zu lassen, die diese dann über die gesamte Konstruktion verteilen. Auf dem Griesgramglobus gibt es von Natur aus keinen Tag und Nacht Rhythmus, da aber auch die Griesis ab und zu mal schlafen müssen, ist dies mit den Spiegeln bestens geregelt. Es wird einfach das Licht ausgeknipst. Der Planet hat eine gut funktionierende Infrastruktur und abgesehen, dass sie nicht wissen zu feiern und selber für ihren Lebensunterhalt sorgen müssen, sind sie alle Bestens versorgt. Hier gleich noch ein Foto eines Griesis.“

„Die sehen gar nicht so schlimm aus, ich dachte wenn jemand bereit ist alles intelligente Leben im Weltall auszulöschen müsste er zumindest wie ein Zombie oder ein Dämon aus mittelalterlichen Bildern des Fegefeuers aussehen. Aber der hier wirkt ja fast sympathisch.“, erstaunt gibt Karin das Bild weiter.

„Täusch Dich nicht, der Teufel hat viele Gesichter.“, au, au, die Klosterschülerin kommt wieder bei Sophie durch.

„Und wann fangen wir nun an?“, wendet sich Stefan an Trinkernase.

„Genau, bringen wir es hinter uns, damit wir endlich wieder etwas zu feiern haben.“, bestärkt ihn Karin.

„Könnte aber auch durchaus sein, dass unsere letzte je erlebte Party schon einige Stunden hinter uns liegt.“, Vera ist nicht ganz wohl bei der Sache. „Ach wo, wir sind doch noch mittendrin, und außerdem Prost ihr da draußen.“, hören wir Christian aus dem Separee rufen, in welches ihn Nadine schon vor längerer Zeit entführte.

„Der Zerstäuber geht gerade in Position. Er wird den Planeten von allen Seiten ins Visier nehmen und wenn alles planmäßig läuft, ist der Griesgramglobus in ein bis zwei Stunden völlig benebelt und wir können einen Erkundungstrupp runterschicken.“, Trinkernase zieht an seinem Schlauch um zu testen, ob er auch wirklich funktioniert.

„Die da unten müssen sicher wirklich sehr sicher fühlen, denn es ist noch nicht einmal auch nur ein Lebenszeichen, geschweige denn eine Mobilmachung zu entdecken gewesen.“, Beat hat damals nicht richtig aufgepasst. „Ist doch logisch, die nehmen doch an, dass sie die Einzigen sind, die im All noch herrschen. Sie meinen doch alle Gegendenker in Luft aufgelöst zu haben.“, Stefan gibt ihm nochmals einen kleinen Denkanstoß.

Gebannt verfolgen wir von unserem Sichtfenster, wie der riesige Zerstäuber gewaltige Mengen an Wodka-Brause in den Atmosphäre des Griesgramglobus pumpt. Wie beim Stärken von Hemden kreisen kleinere Pumpen immer wieder in einer anderen Bahn über den Planeten. Wolken von etlichen 10.000 Kilometer Durchmesser werden zusätzlich direkt über der Oberfläche bzw. den Wohnterrassen  drei bis vier mal  wiederholend auf die Griesis und ihren gesamten Lebensraum abgespritzt.

„Hoffentlich müssen wir die Pumpen nicht nachladen“, Trinkernase möchte nach wie vor nichts von unseren Vorräten hergeben. „Kann ich mir nicht vorstellen, wenn ich die Mengen betrachte, die wir da unten entladen, müsste das ausreichen, alle Einwohner die nächsten paar Tage nicht mal annähernd  auch nur unter 1,0 Promille herankommen zu lassen.“, zufrieden nippt Dumpfhirn an seinem Glas. „Aber sicherheitshalber schlage ich vor, die Nebel erst noch ein paar Stunden wirken zu lassen, bevor wir einen Stoßtrupp nach unten schicken, außerdem ist eh gerade Mittagszeit. Ein paar Häppchen zu Stärkung mit einem anschließenden Verdauer als Magenbalsam könnte bestimmt nicht schaden bevor wir auf große Expedition gehen.“

Einstimmig wird sein Vorschlag angenommen um ihn mit einem kleinen Nickerchen nach dem Essen zu erweitern.

 

Keiner ließ es sich nehmen, beim Erkundungsflug mit dabei zu sein. Alle Vierglashalter, wir Menschen und auch Nadine setzen inmitten des Regierungsviertels direkt vor der Hauptmachtzentrale des Griesgramglobus auf. Wir machen uns erst gar nicht die Mühe uns anzupirschen. Der Überraschungseffekt sollte in jedem Falle voll ausgenutzt werden und falls überhaupt noch jemand gerade aus laufen kann, soll er schon bei unserem Anblick aus den Latschen kippen oder zumindest nach einem weiteren Wodka-Brause fragen.  Die Hauptstadt ist menschenleer, selbst direkt vor dem Präsidentenpalast sind nicht mal Sicherheitskräfte zu erkennen. Die Türen zu dem mit Säulen umringten Gebäude stehen sperrangelweit offen. Ein kleiner Windhauch weht Blätter über die Aufgangstreppen. Die Wodka-Brause Schläuche im Mund betreten wir die Eingangshalle. Auch hier weit und breit niemand zu sehen. Ganz so sorglos wie wir uns auf dem Schiff noch gaben sind wir mittlererweile  nicht mehr. Die Münder sind immer mit etwas Wodka-Brause benetzt, so dass wir gerade noch das Nötigste reden. Auch kommt keiner auf die Idee, kleinere Gruppen zu bilden, um die Suche nach Irgendetwas zu beschleunigen. Nur Trinkernase geht immer konsequent nach rechts und links blickende voraus. Das Ganze gleicht einem, ein wenig verschüchtertem Hühnerhaufen, der keinen Schritt von der Leithenne weicht. Endlose Gänge, große Sitzungssäle und Überwachungsräume wechseln sich in stetiger Reihenfolge ab. Nach ca. zwei Stunden ungewissem Umherirren erreichen wir eine weit aufgeschwungene Tür. Unser Leitwolf Trinkernase nimmt einen tiefen Schluck und linst mit seinem kleinen Handperiskop um die Ecke. Als er uns heranwinkt, deutet er wir mögen auch einen schnellen Zug aus den Tanks nehmen. Nachdem auch ich dran bin mit seiner kleinen Spionierhilfe um die Ecke zu schielen, sehe ich einen überdimensionierten Kabinettstisch. So wie es scheint tagt hier immer die Regierung des Griesgramglobus. Normalerweise bietet der Tisch gut und gerne Platz für 50 Personen, doch das einzige was wir zu sehen bekommen, sind fünf älteren Herren und eine Dame die zerknirscht über etwas diskutieren. Ihrer Stimmlage ist anzumerken, dass sie alles andere als eine Lösung des bestehenden Problems in Sicht haben. Ihr Sprache ist mir komplett fremd. Sie sehen eher verzweifelt als herrschend und überlegen aus. Bei einigen hängen die langen Haare  völlig zerzaust an ihren Köpfen herunter, die Kleidung scheint seit Wochen nicht gewaschen und ihre Augen haben allesamt einen sehr, sehr traurigen Ausdruck. Die Tatsache, dass sie wirklich nicht sie aussehen, in den nächsten Sekunden einen weiteren vernichtenden Schlag ausführen zu wollen, ermutigt Dumpfhirn, Trinkernase, Jessie und Schluckspecht darin, die großen Wasserpistolen, die wir eigentlich nur zum Zeitvertreib für Weinweitzielschießen in geöffnete Münder von der Erde mitgenommen haben, im Ernstfall einzusetzen. Mit einem gewaltigen Zug aus den Schläuchen stürmen sie den Kabinettstisch und mit einem „Für die Freiheit, zu feiern“ feuern sie aus allen Rohren, bis die großen Tanks restlos trocken sind.

Klatschnass versuchen die sechs anwesenden Griesis zu realisieren, was überhaupt vor sich geht. Sie blicken kurze Zeit völlig erstaunt auf die vier Angreifer bis einer wieder die Sprache findet und sie fast heulend vor Freude begrüßt: „Endlich, endlich habt ihr uns gefunden.“

„Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt, ich versteh auf einmal Griesisch.“, ruft Stefan und stürmt eifrig trinkend in den Saal. Wir anderen folgen seinem Beispiel und als wir kurz vor den Griesgramis stehen, fallen sie alle auf den Boden, bitten uns um Verzeihung und sehen uns flehend an. Trinkernase winkt ein paar Robotern die hinter uns mit einer mobilen Bar hergedüst sind und drückt jedem der Knieenden ein Glas Wodka und ein Päckchen Brausepulver in die Hand, lässt sich auch eines geben und zeigt ihnen, wie man das zu trinken hat.

Ohne Widerwillen folgen sie seinen Anweisungen, verziehen den Mund und spülen schnell mit Vierglashalterwodka nach. „So, dieser Test wäre zumindest bestanden“, lässt sie Trinkernase wissen und heißt sie  aufzustehen. Stefan, der lieber noch ein bisschen mehr Gewissheit hätte, reicht jedem von ihnen noch ein Weizen  und erst als dieses geleert ist, entspannen wir uns alle ein bisschen.

„Woher kennt ihr unsere Sprache?“, will Sophie wissen.

„Wir haben auf euch gewartet. So lange Zeit gewartet.“, erfahren wir von der Frau, die auch die Regierungschefin zu sein scheint. „Wieso gewartet? Und seid dhr überhaupt die, die wir meinen hier anzutreffen?“, Sophie bohrt weiter nach. „Wir sind die.., welche ihr erwartet habt anzutreffen, wir sind aber nicht jene Griesgramis, die ihr von der Vergangenheit kennt. Das alles ist eine sehr lange Geschichte; erlaubt es uns, euch zu zeigen.“

„Wie zeigen? Eine kleine Voraberklärung wäre mir schon ganz recht.“, Trinkernase ist Anbetracht der absurden Situation schon beim dritten Dosenbier angelangt.

„Es war einfach ein Dummes versehen.“, versucht die Chefin zu erklären.

„Ein Versehen? Erzähl mir was vom Pferd. Pah ein Versehen“, Trinkernase winkt der speziellen Schnapsbar und trinkt den dringend benötigten Cognac gleich aus der Flasche.

Einer der Herren frägt vorsichtig, ob wir  einen Blick auf die Überwachungsmonitore des Planeten werfen wollen. Nachdem wir Dies bejahten, öffnet er eine lange Schiebetüre hinter welcher hunderte von Monitoren, Bilder von allen Winkeln des Planeten ausstrahlen. Immer das gleich Bild. Verschiedene Räume oder Hallen, Flugplätze oder Arenen, in denen sich so alles zusammengezählt Millionen von Griesis aufhalten und auf irgendetwas warten. „Seht Ihr unser Leid?“, die Chefin hat wieder das Wort ergriffen. „So geht das seit Jahrtausenden jeden Tag, immer nur Griesgram. Bei unserem ersten Besuch auf der Erde, trafen wir damals Menschen und Vierglashalter. Es ist richtig, zum damaligen Zeitpunkt wollten wir über alles herrschen und alle Völker des Universums ausbeuten, doch einige unsere Ahnen müssen wohl bei einem römischen Gelage, bei einer zünftigen Wikingerfete oder bei einer Dionysos-Feier dabei gewesen sein. Es könnte auch sein, dass sie mit einigen Ururgroßvätern der Vierglashalter getrunken haben. Doch diese Ahnen berichteten zuhause, was sie alles gesehen haben und verkündeten dem Volk, dass es auch noch etwas anderes außer Macht, Gier und Unterdrückung gibt, das Lachen, das Tanzen und natürlich das Trinken und Feiern. Mit der Zeit bildete sich eine Widerstandsbewegung die mit dem Laufe der Jahre einen Putsch vorbereitete, um zum richtigen Zeitpunkt alle Unterdrücker zu überwältigen und auf einem kleinen Planeten aussetzte. Seit diesem Zeitpunkt gibt es hier zwar keine Ausbeutung, Diktatur oder Knechtschaft mehr, doch das Feiern und Lachen haben wir immer noch nicht gelernt.“

„Alles gut und recht, aber warum habt ihr dann alle, die gefeiert und getrunken haben, ausgelöscht?“ Trinkernase ist immer noch nicht recht überzeugt.

„Bitte glaubt uns, es war ein unglückliches Versehen, wirklich keine Absicht. Seit Jahrhunderten versuchen wir mit allen nur erdenklichen Mitteln Alkohol zu brennen, immer ohne Erfolg. Wir durchstöberten alte Schriften und Dokumente, bauten alle erdenklichen Maschinen und Vorrichtungen. Kurz vor der Nebel durchs All zog,  waren wir der Lösung schon verdammt nah. Es fehlte nur noch eine Essenz. Wir bauten auf einem Mond unweit von hier eine riesige Maschine, damit wir auch gleich die gesamte Bevölkerung damit versorgen können. Alles war startklar. Wir schickten Späher durch alle uns bekannten Sonnensysteme und irgendwann kam einer mit einem kleinen Säckchen zurück, das er sich von irgendeinem Händler aufschwatzen ließ. In unserer Verzweiflung  mixten wir alle Zutaten zusammen und erhitzten die Flüssigkeit. Es gab eine riesige Explosion, der komplette Mond war verschwunden. Wir konnten nur noch beobachten, wie der Nebel innerhalb von Sekundenbruchteilen unseren Planeten überzog und sich immer schneller werdend über alles im Weltall ausbreitete. Uns ist nichts passiert, doch unsere Außenposten berichteten von dem tragischen Schicksal, das den Rest des Universums ereilt hat. Was ihr auf den Monitoren seht ist noch ein Spitzenwert an Stimmung, denn heute ist Samstag. Euch würden die Tränen kommen, wenn Ihr den Zustand von während der Woche mitbekommt.“

„Ach ihr Ärmsten, dann feiert ihr also schon seit Jahrhunderten Trockenfeten?“ Dumpfhirn reicht den Sechsen einen Maßkrug. „Ihr habt ja schon im vorab über Jahrhunderte gebüßt, außerdem wer soviel Risiko eingeht nur um eine gute Party mit Alkohol und allem Drum und Dran zu Feiern, dem kann man ja auf Dauer gar nicht böse sein. Nur eines müsst Ihr mir noch erklären. Wir haben den ganzen Griesgramglobus mit Unmengen an Wodka-Brause besprüht. Warum liegt ihr nicht alle lallend irgendwo in den Büschen?“

„Zuviel Druck und Geschwindigkeit. Ihr hattet solche geballte Ladungen auf uns abgefeuert, dass sie einfach an uns vorbei auf die direkte Planetenoberfläche gezischt sind. Wir hatten gar keine Zeit es irgendwie einzuatmen, geschweige denn zu trinken. Alles was ihr auf uns abschossen habt ist direkt im Energiefeld auf der Planetenoberfläche verpufft.“

„Ich wusste schon, warum wir die Reserven nicht angreifen dürfen.“, zufrieden mit sich selbst und der Welt saugt Trinkernase den letzten Rest aus seinem Rückentank, um mit dem Öffnen eines neuen Brausepäckchens, die nächste   Runde einzuläuten. Nur Sophie, die immer noch über dem Sprachproblem grübelt, ist noch nicht ganz zufrieden. Einer kleiner rundlicher Mann der Sechserregierung gibt bereitwillig Auskunft: „ Wie wir schon sagten, vor ein paar tausend Jahren waren wir bereits bei euch und haben auch die Vierglashalter getroffen. Diejenigen die damals so fasziniert von euch waren, haben die zu diesem Zeitpunkt gesprochenen Sprachen in allen erdenklichen Formen ihrer weiteren Entwicklung durch die Computer gejagt und berechnet. Wir haben alle möglichen Sprachen und Dialekte gelernt und als ihr die ersten Worte von euch gabt, wussten wir genau, wie wir mit euch reden müssen, damit ihr uns versteht.“ Nochmals wird mir klar wie doof wir Menschen doch sind oder waren. Doch jetzt ist auch Sophie mit der Antwort glücklich und bringt mir sogar ein Weizen von der Düsenbar mit. „Ist ja prima, dann können wir endlich Feiern gehen.“, gibt Karin ihrer Hoffnung nochmals Ausdruck. „Noch nicht ganz“, bafft Schluckadia dazwischen. „Was denn noch?“, Karin hat Bock auf Party.

„Wenn Ihr Griesgramis wirklich so unschuldig seid, warum machte es dann im ganzen Universum die Runde, dass ihr absichtlich alles fröhliche Leben in Nebel aufgelöst habt? Eben dies waren auch unsere Informationen.“

Die Chefin ergreift wieder das Wort: „Isolation und Gerüchte. Es gab noch nie Jemand der uns wirklich leiden konnte. Jeder Planet hatte, soweit es möglich war, immer den Kontakt mit uns vermieden. Ich gebe zu, dass wir bzw. unsere Vorfahren daran nicht ganz unschuldig sind. Genau genommen hätten wir es mit unserer jetzigen Konstellation von Einwohnern und Regierung ebenso gemacht und unsere Vorfahren gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Oftmals versuchten wir mit benachbarten Galaxien einen Dialog aufzubauen, doch wir wurden schon an den äußeren Grenzen immer abgewiesen wenn nicht gar beschossen. Jede Möglichkeit sich friedlich einem Planeten zu nähern verlief somit immer erfolglos im Sande. Wir waren auf uns allein gestellt. Niemand wollte etwas mit uns zu tun haben. Jeder hatte Angst vor uns. Als die Katastrophe dann ausbrach war es allen sofort klar. Die Jungs vom Griesgramglobus haben die Vernichtung zu verantworten. Leider kann ich dem nicht widersprechen. Doch es war wirklich ein blöder Zufall falscher Zutaten. Nun, dass wir schuld sind lässt sich nicht leugnen, doch über die Beweggründe wurde wirklich nur wild spekuliert. Von einem anfänglichen Angriff bis zu der vorsätzlichen Vernichtung wurde uns alles zugeschrieben. Wir hatten nie die Chance alles zu erklären. Es soll jetzt wirklich keine Entschuldigung sein, doch wenn man unser Flehen nach Integration im glücklichen All erhört hätte, wäre es sicher nie soweit gekommen. Glaubt mir. Wir haben uns geändert.“ Jetzt ist auch Schluckadia zufrieden und tänzelt mit einem Glas in der Hand versöhnlich auf Karin zu.

„Was meint ihr, können wir das glauben?“ frägt Trinkernase in die Runde. Mitleidige, bedauernde Blicke richten sich auf die Monitore und die Regierung. „Wer freiwillig Wodka-Brause trinkt kann überhaupt nicht verkehrt sein, lasst uns endlich den Planeten mit einer Versöhnungsfeier übersähen.“, Stefan streckt sein Glas zu einem „Hoch die Tassen“ über den Kopf. Keiner lässt sich lange bitten und mit der Anordnung von Trinkernase an den Admiral das Partyequipment auf dem gesamten Griesgramglobus landen zu lassen, beginnen wir im Regierungspalast schon mal mit einer kleinen Vorfete.

Die Partyarmada leistet ganze Arbeit. Da wir immer noch nicht genügend DJs und Animateure haben, werden alle Locations vernetzt und mit riesigen Leinwänden versehen. Die Party wird vom Regierungspalast zentral gesteuert. Der DJ und die Tänzerinnen, werden während ihrer Show, bei welcher Nadine unbedingt noch ihre Dehnbarkeit an der Stange vorführen will, von einem Kamerateam auf Schritt und Tritt verfolgt und noch ehe wir uns richtig warmgetrunken haben, sehen wir an den Monitoren den ganzen Planeten sich in die bereitgestellten Bierseen stürzen. „Jetzt aber los, die stehlen uns ja die ganze Show“, Dumpfhirn lässt ein weiteres Kamerateam vor uns trinkenden Seelen auffahren, damit auch wirklich alle eine Chance haben, zu erfahren, welches Getränk wie getrunken wird. Innerhalb kürzester Zeit tanzt und feiert der ganze Griesgramglobus Versöhnung mit uns und dem Rest des Universums, nachdem wir ihnen versprochen haben, ihre traurige Geschichte so schnell als möglich ins All hinauszutragen.

Die übermittelten Signale von einem Vierglashalterraumschiff, dass die Griesgramis nur friedlich mit allen Feiern wollen, ließen an Glaubwürdigkeit keine Fragen offen. Dank Wurmlochbeat, erreichten diese unendlich schnellen Funksprüche schon nach kurzer Zeit alle Überlebenden der Katastrophe. Jeder Planet schickte einen Willkommensgruß zurück zum Griesgramglobus und noch während der ersten Tage unseres Wochenendes erfuhren wir, dass es die immer noch fleißigen Arbeiter schon teilweise geschafft haben Alkohol zu verteilen   und dass das gesamte Universum auf eine  tanzende, feiernde, flirtende, liebende, singende und natürlich feuchtfröhliche Zukunft mit uns anstoßen will.